Walter Helbig

Walter Helbig

Ein Deutscher Expressionist in der Schweiz

Viele Deutsche Expressionisten sind heute Klassiker, doch es gibt den einen oder anderen vergessen Künstler wieder zu entdecken.
Walter Helbig ist so ein Künstler.

Der Expressionismus (lateinisch expressio ‚Ausdruck‘) ist eine Stilrichtung in der Kunst. Ihre Anfänge und Vorläufer finden sich im ausgehenden 19. Jahrhundert. Wie der Impressionismus , der Symbolismus und der Fauvismus ist der Expressionismus eine Bewegung gegen die Tendenzen des Naturalismus. Im Expressionismus überwiegt die expressive Ebene gegenüber der ästhetischen, appellativen und sachlichen Ebene. Der Künstler möchte sein Erlebnis für den Betrachter darstellen.

Neben der Brücke und dem Blauen Reiter als den bekanntesten expressionistischen Künstlervereinigungen gab es auch einen Rheinischen Expressionismus. Der Begriff wurde 1911 von Herwarth Walden geprägt, er bezeichnet weniger eine Kunstrichtung, sondern eher das Lebensgefühl einer jungen Generation. Die Anfänge gehen auf Vincent van Gogh und Edvard Munch zurück.

Künstlervereinigungen führten die expressionistischen Bildwerke weiter bis zur Abstraktion. Hauptvertreter der Brücke in Dresden (1905–1913) waren Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Otto Mueller und Max Pechstein, die auch gemeinsam in der Neuen Secession 1910/1911 in Berlin ausstellten. Eine andere maßgebliche Gruppe war die Neue Künstlervereinigung München (N.K.V.M.), der unter anderen Wassily Kandinsky, Alexej Jawlensky, Franz Marc, Gabriele Münter und Marianne von Werefkin angehörten. Aus der N.K.V.M. ging die Redaktion des Blauen Reiters hervor.

1910/11 weilte auch Walter Helbig in Berlin (von Dresden herkommend) und stellte in der Neuen Secession mit den anderen Künstlern der Brücke aus. Doch bereits 1911 übersiedelte er in die Schweiz, um genau zu sein nach Weggis am Rigi, wo auch Hans Arp seinen Wohnsitz hatte. Der "Moderne Bund" ist die wichtigste Künstlervereinigung der Schweiz zu Beginn der Moderne die 1911 in Weggis von Hans Arp, Walter Helbig und Oscar Lüthy gegründet wurde. 1914 weilt Walter Helbig in Zürich und ab 1924 in Ascona, wo er Mitgründer der Künstlervereinigung "Der grosse Bär" ist.

Das malerische Schaffen Helbigs bewegt sich zwischen expressivem Ausdruck und einer klassischen, romantischen Haltung, die dann später in ein abstrakt expressionistisches Spätwerk einmünden. In Dresden, Berlin, Weggis bis hin zu den Anfängen in Ascona entstanden bedeutende Werke (Oelgemälde / Zeichnungen / Holzschnitte). Durch seine starke Fokussierung auf die Schweiz, bedingt durch die beiden Weltkriege, blieb sein Oeuvre aber einem kleinen Kreis von Liebhabern vorbehalten, die seine Werke in der Schweiz entdeckten.

  • Walter Helbig: Die Zeichnung von 1911 zeigt Weggis mit dem Bürgenstock im Hintergrund
  • Walter Helbig: Holzschnitte - Nudi (1915) / Form (1955)