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Biographie Margrit Linck

11.11.1897 Oppligen - 2.12.1983 Bern

Margrit Linck ist eine der bedeutendsten Keramik-Künstlerinnen der Schweiz, die mit keinem geringeren als Joan Miró zusammen ausgestellt hat. Ebenso erfolgreich machte sie Gebrauchskeramik.

Margrit Linck-Daepp erlernt den Töpferberuf und besucht in Bern die Gewerbeschule. Dort lernt sie ihren späteren Mann, den angehenden Bildhauer und Eisenplastiker Walter Linck kennen. 1921 – 23 studiert Margrit in München. In den Jahren 1924/25  gehen sie und Walter gemeinsam nach Berlin. 1927 heiraten die beiden. In den 30er Jahren machen sie häufige und längere Aufenthalte in Paris. 1941 beziehen sie ein Haus, in dem die beiden Künstler je ein eigenes Atelier haben.

Ab 1943 war Margrit Linck von der Lust an der Bewegung gepackt und entwickelte ihre Gefässe zu Skulpturen. Sie nannte sie sinngemäss „Metamorphosen“. Man spürte Frische, Originalität, Experimentierfreundigkeit und eine grosse Lebenslust. Erst sind es weibliche Körper und Köpfe, danach mehr und mehr Vogelleiber und Tierköpfe, oft mit surrealem Einschlag. Auch ihr Mann Walter wird von der Dynamik gepackt und dadurch in seinem Werk viel leichter. Wir finden beide auf der Suche nach einem neuen Menschenbild, mitten im Krieg.

Im Jahre 1949 erhält Margrit Linck von Arnold Rüdlinger die Einladung für eine grosse Ausstellung mit über 30 Werken in der Kunsthalle Bern. Neben ihr stellen damals Joan Miró und Oskar Dalvit aus. Margrit Linck stellt nun rege im In- und Ausland aus und ist in vielen Sammlungen vertreten.

In den 50er Jahren widmet sie sich neben der Kunst sehr stark und erfolgreich der Gebrauchskeramik, die der Familie mit Kind ein gesichertes Einkommen ermöglicht. In dieser Zeit findet Walter Linck mit seinen leichten Eisenplastiken zur Reife und erhält (nach seiner Frau) ebenfalls eine Ausstellung in der Kunsthalle Bern.

Nach dem Kauf eines Hauses im Burgund im Jahre 1957 arbeitet sie teilweise dort. Ab 1960 wurzel- und baumstrunkartige Topfformen im Anklang an die menschliche Gestalt.

Während der letzten drei Jahre ihres Lebens erwächst das völlig neuartige Spätwerk. Einerseits kreierte sie grosse bambusartige Säulen, die kleine Wolken tragen, etwas vom Originellsten in der surrealistischen Plastik der Schweiz, anderseits entstehen  Figuren und Mischwesen, die die Empfindungen eines alternden Menschen zum Ausdruck bringen.