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Biographie Ernst Kreidolf

9.2.1863 Bern 12.8.1956

Ein magischer Poet

Mit dem ersten Bilderbuch “Blumen-Märchen” ist Kreidolf 1898 im Wortsinn “über Nacht” bekannt geworden und hat damit einer mehrere Jahre dauernden Schaffenskrise ein plötzliches und erfreuliches Ende gesetzt. Ernst Kreidolf Illustrationsstil, mit seiner unglaublichen künstlerischen Sensibilität, kombiniert mit dem innovativen zeichnerischen Stil und seinem lithographischen Können, waren tatsächlich für die damalige Zeit revolutionär. Kreidolf verzichtet in den Blumen- und Tierdarstellungen auf die weit verbreitete Süsslichkeit zeitgenössischer Kinderbücher. Seine Bilder bestechen vielmehr durch eine echte, unbefangen kindliche Art der Naturanschauung, die sich mit einer geradezu wissenschaftlich genauen Beobachtung paart. Bild und Text in seinen Büchern waren ihm gleich wichtig und beinhalteten bereits die Idee des “Gesamtkunstwerks”, welche im aufkommenden Jugendstil eine wichtige Rolle spielen sollte.

 

1863 - 1867       verbringt die ersten Lebensjahre im Länggassquartier in Bern

1868 - 1882       Schul- und Lehrjahre in Tägerwilen und Konstanz am Bodensee

1883 - 1888       Kunststudium im München und bekanntschaft mit den Künstlern wie Cuno Amiet und

                        Wilhelm  Balmer

1888 / 1889       gesundheitliche und nervliche Probleme beeinträchtigen sein Leben, verursacht durch

                        den zahlreichen Dahinschied seiner Angehörigen an Schwindsucht. Nervenzusammenbruch

                        1889 verursacht durch den Tod seiner Lieblingsschwester Hermine

1889 - 1895       Rückzug aus dem turbulenten München nach Partenkirchen in Oberbayern. Freundschaft

                        mit Leopold Weber (1866 - 1944) und der jungen Erbprinzessin von Schaumburg-Lippe.

1895 / 1896       Einladung des Fürstenhauses von Schaumburg-Lippe auf das Schloss Bückeburg bei

                        Hannover und finanzielle Unterstützung zur Herausgabe des Bilderbuches

                        “Blumen-Märchen”. Weitere Bücher erscheinen. Freundschaft mit Eduard Zimmermann

                        (1872 - 1949) und dem Böcklinschüler Albert Welti (1862 - 1912).

1908                 Albert Welti zieht von München nach Bern. Bei Besuchen in Bern lernt Ernst Kreidolf die

                        Künstler Paul Klee (1879 - 1944), Othmar Schoeck (1886 - 1957) und Hermann Hesse

                        (1877 - 1962) kennen.

1914                 in St. Moritz wird Kreidolf vom Ersten Weltkrieg überrascht. Dankbare Aufnahme im

                        Landhaus “Lohn” bei Kehrsatz durch die Familie Welti-Kammerer, deren Gastfreundschaft

                        er auch in späteren Jahren geniessen darf.

1915                 Hermann Hesse schreibt einen Aufsatz über Ernst Kreidolf in der Zeitschrift “Werk”

1916                 Kur in St. Moritz, dort trifft er wiederum Hermann Hesse. Bekanntschaft mit dem

                        Schriftsteller und Verleger Emil Roniger (1883 - 1958).

1917                 Besuch Hermann Hesse im Tessin; Uebersiedlung Hermann Hesse und Ernst Kreidolf

                        nach Bern

1919                 Emil Roniger wird begeisterter Sammler und Mäzen von Bildwerken Kreidolf’s. In Roniger’s

                        Rotapfel-Verlag erscheinen nun viele Bücher von Kreidolf.

1956                 am 12. August 1956 stirbt Ernst Kreidolf im Alter von 93 Jahren in Bern.