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Biographie Carl Roesch

9. Mai 1884 - Diessenhofen - 27. November 1979

 

Carl Roesch studierte in Winterthur und München. Nach der Heirat mit der St. Galler Künstlerin Margrit Tanner im Jahre 1911 unternahmen sie Reisen nach Italien und Paris, wo er das Werk von Cézanne kennenlernt. Ab 1914 verkehrt er in Zürich im Kreis um Otto Meyer-Amden. Die bei seiner zweiten Italienreise von 1921 in Ravenna gesehenen Mosaiken regen das 1925 einsetzende Schaffen als Mosaizist an. 1932 Aufenthalt in Paris und Bekanntschaft mit Cuno Amiet, Ernst Morgenthaler und Max Gubler. Roeschs Werk waren viele Ausstellungen gewidmet, unter anderem wiederholt im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen und im Kunsthaus Aarau. 

Roeschs Schaffen erstreckt sich über einen grossen Zeitraum. Trotz des sichtbaren Wechsels von Zeitstilen wirkt das Oeuvre als Einheit. Der gleiche strenge Bildbau bestimmt sein ganzes Werk. Die Klarheit der Komposition bewundert Roesch nicht nur bei seinen Vorbildern, sie ist ihm auch technische Notwendigkeit. Früh reflektiert sein Schaffen die Fähigkeit zum abstrakten Sehen. Nicht einzelne Bildgegenstände, sondern Farbflecken werden wahrgenommen und zum rhythmischen Ganzen komponiert. Bereits 1908 finden sich stark abstrahierte Werke, welche Roesch als Pionier der Schweizer Moderne ausweisen. Die Farbigkeit steht ganz im Dienste der Stimmung. Lange Jahre herrschen gebrochene, monochrome Töne vor, erst nach 1947 wir die Palette farbiger und leuchtender.

Die Landschaft und das bäuerliche Leben am Rhein bestimmen den Motivkreis.

Roeschs rigorose Formverdichtung bleibt letztlich der gesehenen Wirklichkeit verpflichtet, von einer Vergeistigung im Sinne Meyer-Amdens nimmt er, nach seiner Devise „Nicht das Poetische realisieren, sondern das Reale poetisieren“, Abstand.

Solidität und Können machen Roesch zum gefragten Auftragskünstler: zwischen 1910 und 1959 führte er rund 50 öffentliche Aufträge aus.